Das KfW-60-Haus heißt jetzt KfW-Effizienzhaus 70

Wer sich auf der Homepage der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) über das so genannte "KfW-60-Haus" informieren möchte, sucht vergeblich. Mit der Absicht, ein eindeutiges Qualitätszeichen zu etablieren, erhielt wurde der Haustyp KfW-60 nämlich umbenannt - er heißt jetzt KfW-Effizienzhaus 70.

KfW fördert energieeffizientes Bauen

Wer in besonders energieeffiziente Wohngebäude investiert, tut gleichzeitig etwas für den Klimaschutz. Das wird vom Staat honoriert. Als staatliches Kreditinstitut fördert die KfW seit Jahren energieeffizientes Bauen. Grundsätzlich gilt nach wie vor: Je niedriger der Energiebedarf eines Hauses, desto günstiger sind die Finanzierungskonditionen.

Bezugsgröße von KfW-60-Haus und KfW-Effizienzhaus 70

Ein KfW-60-Haus war über den Jahresprimärenergiebedarf pro Quadratmeter Wohnfläche definiert, der nicht mehr als 60 Kilowattstunden pro Jahr betragen durfte. Überdies musste das Gebäude die in der Energieeinsparverordnung (EnEV) festgeschriebenen Vorgaben um mindestens 30 Prozent unterschreiten.

Eine vergleichbare Förderung erhält jetzt das KfW-Effizienzhaus 70. Bezugsgröße für die Zahlen zur Kennzeichnung der Energieeffizienzhäuser ist nun nicht mehr die Wohnfläche sondern ausschließlich die in der EnEV vorgeschriebenen Werte. Die Zahl gibt an, in welcher Relation der Jahresprimärenergiebedarf eines Hauses bezogen auf einen nach den Vorgaben der EnEV erstellten Neubau sein darf. In einem KfW-Effizienzhaus 70 darf somit der Jahresprimärenergiebedarf höchstens 70 Prozent eines vergleichbaren Neubaus betragen. Darüber hinaus wird der spezifische Transmissionswärmeverlust des Gebäudes berücksichtigt - ein Kennwert für den Wärmeschutz der Gebäudehülle.

KfW 60 Haus
Der früher als "KfW 60" bekannte Haustyp heißt jetzt "KfW-Effizienzhaus 70".
(Foto/Abb.: Dark Vectorangel / Fotolia.com)

Fazit: Je kleiner die Zahl hinter dem Begriff KfW-Effizienzhaus, desto geringer der Energiebedarf des Hauses, desto günstiger die Konditionen für die Finanzierung des Hausbaus oder der Sanierung. Wer energiebewusst plant und baut, wird belohnt. Geeignete Maßnahmen sind der Einsatz hochwertiger Wärmeschutzverglasung, die Dämmung von Außenwänden und Kellerdecken, Konzepte zur Wärmerückgewinnung, energieeffiziente Heizungsanlagen und die Nutzung von Solarenergie.

Wie fördert die KfW energieeffizientes Bauen?

Unterschieden werden die Effizienzhäuser 70, 55 und 40. Im Rahmen ihrer Programme Energieeffizient Bauen und Energieeffizient Sanieren fördert die KfW jeden, der ein Niedrigenergiehaus baut oder einen Neubau kauft, die den Standards eines KfW-Effizienzhauses entsprechen. Auch wer bestehende Wohngebäude erweitert oder bisher nicht als Wohnraum genutzte Gebäude zu Wohnräumen umbaut und dabei die vorgeschriebene Energieeffizienz erreicht, kommt in den Genuss der Förderung. Anträge sind vor Baubeginn zu stellen.

Die KfW gewährt zinsgünstige Darlehen bis maximal 50.000 Euro pro Wohneinheit. Hinzu kommen eine Zinsbindung von zehn Jahren sowie Tilgungsfreiheit in den ersten Jahren. Je nach erreichtem Effizienzhaus-Standard gibt es zusätzlich einen Tilgungszuschuss, der für ein KfW-Effizienzhaus 55 fünf Prozent, für ein KfW Effizienzhaus 40 sogar 10 Prozent der Darlehenssumme beträgt.

Detaillierte Informationen, Antragsformulare und Beratungsangebote finden sich auf der Website der KfW: www.kfw.de