Die Zeit der Nachtspeicherheizung läuft ab
Die Nachtspeicherheizung ist eine elektrisch betriebene Heizung, die mit einem Wärmespeicher ausgestattet ist. In Schwachlastzeiten - das heißt in Zeiten, in denen die Stromnachfrage gering ist - wird der Wärmespeicher aufgeheizt. Meistens ist das nachts der Fall, weshalb man auch von Nachtstrom spricht. Dieser wird oder vielmehr wurde im Gegensatz zum Normaltarif günstiger angeboten, weshalb er auch Niedertarif genannt wird.
Die Geschichte der Nachtspeicherheizung
Auf den Markt kamen die ersten Nachspeicherheizungen in den 1950er/1960er Jahren und wurden als preiswerte Alternative zu Öl- und Kohleöfen beworben. Damals wurde die Nachtspeicherheizung staatlich subventioniert und steuerlich begünstigt, was zu ihrer großen Beliebtheit und Verbreitung beigetragen hat. Über Jahre hinweg konnte mit der Nachtspeicherheizung relativ günstig geheizt werden.
Das wachsende Umweltbewusstsein, die steigenden Strompreise sowie die Stromsteuer haben jedoch das Ende der Nachtspeicherheizung eingeläutet. Seit 2007 werden die Niedertarife wie alle anderen Stromtarife besteuert. Der Kostenvorteil des einst billigen Heizstroms ist damit verschwunden.
Im September 2010 hat das Bundeskartellamt in seinem Bericht Heizstrom - Marktüberblick und Verfahren endgültig die Ära der Nachtspeicherheizung für beendet erklärt: Nach und nach soll die elektrische Nachtspeicherheizung außer Betrieb genommen werden. Die Geräte müssen nach 30 Jahren verschrottet werden, gleichzeitig soll der schrumpfende Absatzmarkt Unternehmen daran hindern, neue Geräte zu entwickeln. Bis 2020 dürften die meisten Nachtspeicherheizungen in den Ruhestand geschickt worden sein. Das Heizen mit Strom wird dann hoffentlich der Geschichte angehören.
Die Problematik der Nachtspeicherheizung
Strom zu verheizen kommt einer Abwertung der kostbaren Energiequelle gleich. Denn die Umwandlung von Strom in Wärme ist mit großen Energieverlusten verbunden. Von Verbraucherschützern und Umweltverbänden wird daher schon seit geraumer Zeit auf die klimaschädliche Wirkung der Nachtstromtarifen hingewiesen. Selbst der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) stuft die Nachtspeicherheizung als ineffizient ein und empfiehlt alternative Heizungsformen. Heizwärme kann beispielsweise günstiger und umweltschonender durch Kraft-Wärme-Kopplung, aus Holzpelletöfen, modernen Gas-Brennwertheizungen oder Solaranlagen gewonnen werden.