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Nachtstromtarife werden gesondert berechnet

Nachtstromtarife sind spezielle Tarife, die von Stromanbietern für so genannten Nachtspeicherstrom angeboten werden können. Mit diesem Strom, der zu einem niedrigeren Preis berechnet wird, können Nachtspeicherheizungen nachts aufgeladen oder etwa Heißwasserspeicher betrieben werden. Die Nachtstromtarife werden dabei über einen Zweitarifzähler erfasst, der zu Schwachlastzeiten auf den günstigeren Tarif umspringt. Meist gelten die Nachtstromtarife zwischen 22 und sechs Uhr, doch die Zeit kann von Anbieter zu Anbieter variieren. Die Nachtstromtarife sind in den letzten Jahren einvernehmlich mit den Strompreisen stark gestiegen. Die Annahme aus den 70er Jahren, das Heizen mit Nachtspeicherheizungen sei umweltfreundlich und wegen der günstigen Nachtstromtarife besonders billig, gilt daher nicht (mehr).

Nachtstromtarife lohnen sich nicht mehr

Das Heizen mit Strom und über Nachtstromtarife lohnt sich schon lange nicht mehr. Neben stetigen Preiserhöhungen für Strom im Allgemeinen fielen zudem nach und nach Subventionen für Nachtspeichersysteme weg, so dass heute die Stromheizung selbst zu Nachtstromtarifen so teuer wie nie ist. Viele Verträge für Nachtstromtarife beinhalten außerdem eine Klausel, welche einen Anteil des verbrauchten Nachtstroms zum normalen Hochtarif vorsieht, da davon ausgegangen wird, dass der Nachtstrom in vielen Fällen nicht nur zum Heizen verwendet wird. Und auch beim Heizen mit Nachtspeicherstrom ist eine Nachladung des Geräts tagsüber zum Tarif des normalen Haushaltsstroms nicht auszuschließen. Daher ist Vorsicht geboten, wenn fälschlicherweise immer noch für günstige Nachtstromtarife geworben wird.

Nachtstromtarife
Nachtstromtarife waren mal günstig. Doch diese Zeit ist vorbei, denn die Preise stiegen wie die gewöhnlichen Strompreise.
(Foto/Abb.: mediapartis / Fotolia.com)

Als Mieter an Nachtstromtarife gebunden

Besitzer von Wohnungen, in denen noch Nachtspeicherheizungen installiert sind, scheuen oft die Investition in ein neues Heizsystem und legen die Kosten für die Nachtstromtarife auf die Mieter um. Da der Anbieterwechsel für Nachtstromtarife nach wie vor sehr schwierig ist, lohnt lediglich der Vergleich mit Tarifen des Haushaltsstroms von Stromdiscountern. Deren Preise unterbieten möglicherweise den Betrag für Nachtstromtarife. Ansonsten kann nur der energiesparende Betrieb einer Nachtspeicherheizung die Kosten durch Nachtstromtarife eindämmen. Mithilfe eines Zentralreglers kann die Aufladung der Geräte der Witterungslage angepasst werden und übermäßiger Energieverbrauch in Übergangsphasen vermieden werden. Der Neubezug einer Wohnung mit Nachtspeicherheizung sollte gut überdacht werden.