Das 3-Liter-Haus: 30 kWh Energie pro Quadratmeter und Jahr

Wer sich mit dem Thema Hausbau beschäftigt, der wird schnell mit einem zentralen Thema konfrontiert werden: mit dem Energieverbrauch der künftigen Immobilie. Wer in Energiesparmaßnahmen investiert, der investiert in die Zukunft - finanziell wie ökologisch. Selbstverständlich bringt ein hoher Energiesparstandard zunächst höhere Kosten mit sich, doch amortisiert sich diese Investition im Laufe der Jahre wieder durch niedrigere Heizkosten. Und die Umwelt freut es auch.

FensterSparsam im Verbrauch: das 3-Liter-Haus.© jomare / Fotolia.com

Ein Altbau verbraucht zehn Mal mehr Energie als ein 3-Liter-Haus

Mit dem Ziel, den Energieverbrauch nachhaltig zu senken, wurde das so genannte "3-Liter-Haus" konstruiert. Wie viel Energie man für die Bewirtschaftung eines solchen Hauses benötigt, drückt der Energieverbrauch pro Quadratmeter Hausfläche aus. Ein 3-Liter-Haus verbraucht demnach nicht mehr als 30 Kilowattstunden Energie pro Quadratmeter und Jahr - das entspricht umgerechnet etwa drei Litern Heizöl. Im Vergleich dazu verbraucht ein Altbau rund das Zehnfache, also 300 Kilowattstunden Energie pro Quadratmeter und Jahr. Wie aber muss ein solches 3-Liter-Haus aussehen, wenn man so viel Energie einsparen kann?

Große Fenster zeigen nach Süden

Vorab: Ein 3-Liter-Haus wird auch als Niedrigenergiehaus bezeichnet. Hier gibt es verschieden Ausführungen mit unterschiedlichen technischen oder architektonischen Bauweisen.

Bei der Architektur ist zu beachten, dass große Fensterflächen - hier entsteht der größte Wärmeverlust - grundsätzlich nach Süden ausgerichtet sind. Fensterflächen in andere Himmelsrichtungen sind kleiner zu halten. Schlafzimmer oder Nebenräume können also durchaus kleinere Fenster haben und eine Blickrichtung gen Norden haben. Räume mit großen Fensterflächen - etwa Wohnzimmer oder Kinderzimmer - haben ihre Fenster hingegen nach Süden gerichtet. Eingangsbereiche sind mit einem Windfang zu versehen, der Wärmeverluste reduziert. Nassräume wie Bäder oder WC sollten im Inneren des Hauses liegen und durch einen Versorgungsschacht erschlossen werden.

Dach des 3-Liter-Hauses nutzt Sonnenenergie

Das Dach wird mit einer Dachneigung gewählt, die eine optimale Ausstattung mit Solarenergie zulässt. Hierbei sind sowohl thermische Solarkollektoren für die Warmwasserzubereitung als auch photovoltaische Kollektoren zur direkten Stromerzeugung gemeint.

3-Liter-Haus basiert auf exzellenter Wärmeisolierung

Für eine sehr gute Wärmeisolierung sind natürlich auch Wärmeschutzmaßnahmen vorzusehen. So bekommen die Außenwände, die vorzugsweise aus Ziegelwänden bestehen sollten, eine außenliegende Wärmeisolierung aus Dämmstoffen, beispielsweise aus Polystyrol. Das Dach muss ebenfalls mit einer guten Wärmedämmung isoliert werden, hier eignet sich auch Mineralwolle für den Bereich zwischen den Sparren. Darüber hinaus sollte eine Übersparrendämmung vorhanden sein, die sowohl die Energieverluste im Winter begrenzen als auch die sommerlichen Wärmeinträge verhindern.

Heizung bestenfalls CO2-neutral

Zu guter Letzt braucht das Haus natürlich noch eine Heizung und Warmwasserversorgung. Neben den Solarkollektoren, die mit zu einer Grundversorgung beitragen, eignet sich beispielsweise ein wasserführender Kaminofen mit angeschlossener Zentralversorgung gut zum Beheizen des 3-Liter-Hauses. Als Heizstoff wären hier Holzpellets besonders gut geeignet, da diese beim Verbrennen die Wärme CO2-neutral erzeugen könnten. Eine Wohnungslüftungsanlage, die sich automatisch regelt, versorgt das Haus stets mit frischer Luft.