Das Energiesparhaus: Dämmung ist zentraler Faktor

Der Begriff "Energiesparhaus" bezeichnet keinen fest definierten Energiestandard, sondern ist vielmehr ein Sammelbegriff, unter dem umgangssprachlich verschiedene Haustypen zusammengefasst werden.

Grundsätzlich ist ein Energiesparhaus ein Gebäude, das weniger Energie benötigt, als der Gesetzgeber vorschreibt - seit 2002 nämlich gibt es die so genannte "Energiesparverordnung" (EnEV) der Bundesregierung, die bauliche Mindestanforderungen an Neubauten stellt. Der Energiestandard eines Hauses definiert sich dabei über den Energieverbrauch des Hauses pro Quadratmeter und Jahr.

Die Anforderungen an ein Energiesparhaus entwickeln sich weiter

Der Sammelbegriff "Energiesparhaus" ist dabei dynamisch zu verstehen - schließlich werden die Ansprüche an ein Energiesparhaus (und damit auch die definierten Energiestandards) im Laufe der Zeit höher. Ein Haus, das vor 20 Jahren den Standard eines Energiesparhauses erfüllte, muss diesen heute nicht mehr zwangsläufig erfüllen. Das ist naheliegend, denn die Anforderungen an die Wärmedämmung eines Hauses werden stetig angehoben, analog der technischen Entwicklung freilich. Das Ziel ist klar: es soll weniger Energie verbraucht werden - auch vor dem Hintergrund, das immer mehr Energie aus regenerativen Quellen kommen soll. Das fällt umso leichter, je weniger Energie verbraucht wird.

Die Wärmedämmung ist zentrales Element eines Energiesparhauses

Moderne Neubauten können einen wesentlichen Teil zu diesem Ziel beitragen. Private Haushalte in der Bundesrepublik Deutschland verbrauchen etwa ein Drittel der Energie. Der Verbrauch wird wesentlich beeinflusst von Heizung und Warmwasser und genau hier setzt die moderne Hausbautechnik auch an: bei der Wärme.

Die Wärmedämmung ist ein zentraler Faktor bei der Berechnung des Energiestandards. Bei älteren Häusern, etwa aus den 60er und 70er Jahren, sind die Außenwände nur mäßig gedämmt. Das führt zu einem Wärmeverlust, ergo benötigt ein älteres Haus mehr Energie als ein modernes Energiesparhaus. Bei älteren Häusern - egal welches Baujahr - lohnt deshalb eine Sanierung, um Heizkosten einzusparen - 50 Prozent Heizkostenersparnis sind da keine Seltenheit.

ökologischDAS Energiesparhaus gibt es nicht - der Begriff umschreibt vielmehr unterschiedliche Haustypen mit abweichenden Energiesparstandards.© ponsulak / Fotolia.com

Ein Energiesparhaus ist teurer - aber die Investition kommt wieder rein

Energiesparhäuser sind zwar erst einmal teurer im Bau, allerdings gleicht sich diese Investition im Laufe der Jahre wieder aus - durch effizienten Energieverbrauch. Zudem gibt es staatliche (und oftmals auch kommunale) Förderprogramme für Energiesparhäuser. Auch die Errichtung von Solaranlagen fällt darunter, Warmwasserbereitung ebenso wie Photovoltaik. Grundsätzlich gilt: Je effektiver die geplante Energieeinsparung, desto höher die Fördermöglichkeiten.

Wer sich dem Thema Energiesparhaus nähert, wird vielfältige Bezeichnungen finden - etwa KfW 40- oder KfW 70-Haus, 3-Liter-Haus, Passivhaus oder Effizienzhaus. Allen Bezeichnungen ist gemeinsam, dass diese Häuser weniger Energie verbrauchen als herkömmliche Häuser - aber nicht alle Bezeichnungen beinhalten die gleichen förderungsfähigen Maßnahmen.