Günstig bauen und wohnen mit den KfW-Effizienzhäusern

Egal ob man gerade dabei ist, sein komplett neues Eigenheim zu planen, oder ob man die eigenen vier Wände runderneuern möchte: Es lohnt sich, über Energieeffizienz nachzudenken. Meist gilt das sogar doppelt, denn neben den niedrigeren Folgekosten bekommt man oft Fördermittel, die das Projekt bezahlbarer machen. Der wichtigste deutsche Förderer ist dabei die KfW.

Wer ist die KfW?

KfW steht für "Kreditanstalt für Wiederaufbau". Wie der Name schon impliziert wurde sie nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet, um Deutschland wieder auf die Beine zu helfen, wobei die KfW eine Anstalt öffentlichen Rechts ist, die dem Finanzministerium untersteht. Von diesen Wurzeln hat sich die KfW zur drittgrößten Bankengruppe Deutschlands entwickelt und hält sogar den Titel der weltweit größten staatlichen Förderbank inne. Kurz: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau hat unter anderem das Ziel und nötige Geld, Bauherren bei ihren energieeffizienten Bauvorhaben unter die Arme zu greifen. Als staatliches Kreditinstitut fördert die KfW seit Jahren energieeffizientes Bauen.

Wer in besonders energieeffiziente Wohngebäude investiert, tut gleichzeitig etwas für den Klimaschutz. Das wird vom Staat honoriert. Grundsätzlich gilt nach wie vor: Je niedriger der Energiebedarf eines Hauses, desto günstiger sind die Finanzierungskonditionen.

Was wird gefördert?

Generell kann man sagen, dass die KfW verschiedene Güteklassen von Effizienzhäusern fördert und zwar mit besseren Konditionen, je besser die Energiebilanz des Hauses ist. Dabei gibt es immer ein sogenanntes Referenzhaus, an dem Bauprojekte gemessen werden. Um für die Förderung in Frage zu kommen, darf man einen gewissen Primärenergiebedarf (für Heizung, Warmwasser und Ähnliches) nicht überschreiten, wobei die Schwelle in Prozent relativ zum Referenzhaus angegeben wird. Außerdem ist noch der sogenannte Transmissionswärmeverlust von Bedeutung – ein Maß für die Qualität der Gebäudedämmung.

Energieeffizienzhäuser

Die eigentlichen Klassen der Förderung sind sogenannte KfW-Effizienzhäuser, die es für Neubauten in drei Stufen gibt: 55, 40 und 40 Plus. Dabei steht die Zahl immer für den angelegten Primärenergiebedarf. Ein KfW-Effizienzhaus 40 verbraucht also nur 40 Prozent der Energie, die das Referenzhaus im Jahr schluckt. Wichtig dabei: Nicht nur der Bau, sondern auch der Kauf eines effizienten Hauses wird gefördert!

Der ein oder andere mag sich an dieser Stelle wundern: Gibt es nicht auch ein 70er-Effizienzhaus? Die Antwort ist "nicht mehr". Seit Anfang 2016 sind weitere Teile der EnEV (Energieeinsparverordnung) des Bundes in Kraft, wodurch jeder Neubau sowieso mindestens auf 75 Prozent der Referenz herunter muss. Das alte KfW-Effizienzhaus 70 hat damit seinen Dienst also getan und ist zum Standard geworden.

All diejenigen, die einen Altbau sanieren wollen, müssen aufgrund dieser scharfen Anforderungen jedoch nicht verzweifeln. Da es im Vergleich wesentlich einfacher ist, einen Neubau effizient zu gestalten, gelten für Altbauten andere Grenzwerte. So ist der gesetzliche Mindestwert schon bei 140 Prozent des Referenzhauses erreicht und Förderungen sind dementsprechend einfacher zu bekommen, mit dem KfW-Effizienzhaus 115 als Stardwert bis hin zum Effizienzhaus 55. Am oberen Ende des Spektrums gibt es sogar eine Förderung explizit für die Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden!

KfW-Effizienzhaus 40 Plus

Da nun geklärt ist, wobei es sich bei den Zahlen hinter den Effizienzhäusern handelt, bleiben noch ein paar Worte zum KfW-Effizienzhaus 40 Plus zu sagen. Dieses stellt neben dem ohnehin schon niedrigen Energiebedarf noch einige weitere Anforderungen: So muss man über regenerative Energiequellen einen Großteil des eigenen Stroms selbst herstellen, also beispielsweise Photovoltaikzellen auf dem eigenen Dach installieren. Dazu kommt eine Batterieanlage, um diesen Strom speichern zu können, damit man unabhängiger vom Stromnetz ist. Weiterhin erforderlich sind Wärmerückgewinnung bei der Lüftung und eine Benutzerschnittstelle, um all das zu überwachen, zum Beispiel als Online-Interface.

Wie fördert die KfW energieeffizientes Bauen?

Je kleiner die Zahl hinter dem Begriff KfW-Effizienzhaus, desto geringer der Energiebedarf des Hauses, desto günstiger die Konditionen für die Finanzierung des Hausbaus oder der Sanierung. Geeignete Maßnahmen sind der Einsatz hochwertiger Wärmeschutzverglasung, die Dämmung von Außenwänden und Kellerdecken, Konzepte zur Wärmerückgewinnung, energieeffiziente Heizungsanlagen und die Nutzung von Solarenergie.

Die KfW fordert für eine Förderung die Bestätigung eines Energieberaters, der bei der Planung und auch später bei der Umsetzung unterstützt. Hat man alle Hürden gemeistert, besteht die eigentliche Förderung aus einem Kredit bei der KfW mit günstigen Zinsen und einem Tilgungszuschuss.

Am Beispiel des KfW-Effizienzhauses 40: Für diesen Fall kann man einen Kredit von bis zu 100.000 Euro bekommen, bei einem Zinssatz von unter einem Prozent. Neben der angenehm langen Laufzeit des Kredites kommt dann ein Tilgungszuschuss von zehn Prozent dazu, dass heißt, man zahlt bei voller Kredithöhe pauschal 10.000 Euro weniger zurück.

Die Vorteile energieeffizienten Bauens

Bei der gesamten Diskussion über die Förderung energieeffizienten Bauens darf man immer jedoch eins nicht vergessen: Es ist der Weg, nicht das Ziel. Hat man erst einmal ein Eigenheim mit hoher Energieeffizienzklasse, verlieren viele klassische Sorgen von Hausbesitzern ihren Schrecken. Man gibt gefühlt kaum noch Geld fürs Heizen aus, muss nicht direkt ein schlechtes Gewissen haben, wenn man einmal länger als fünf Minuten heiß duscht, und selbst wenn im restlichen Wohngebiet durch Stromausfall die Lichter ausgehen, macht man – so man das "Plus Paket" hat – einfach von der Batterie aus weiter.

Detaillierte Informationen, Antragsformulare und Beratungsangebote finden sich auf der Website der KfW: www.kfw.de